Mitarbeiterführung #2

#2: Die Attraktivität als Arbeitgeber kann ich gezielt stärken

Was mache ich als Arbeitgeber, um attraktiv für die Arbeitnehmenden der Zukunft zu sein?

Anhaltspunkte für Antworten findet man etwa in der Universum Talentstudie 2018. Die Umfrage mit knapp 11’000 Studierenden aus der Wirtschaft, IT und dem Ingenieurwesen in der Schweiz zeigt auf, wie sich Jung-Talente von heute die Arbeitgeber von morgen vorstellen.

Kurz zusammengefasst: Studierende legen besonderen Wert auf ein hohes Innovationspotential, ein freundliches Klima am Arbeitsplatz sowie ein kreatives und dynamisches Arbeitsumfeld.

Es überrascht daher wenig, dass Google im Attraktivitätsranking in mehreren Sparten unter den Top 5 Arbeitgebern landet, in den Sparten Business und IT sogar auf den ersten Platz.

Zudem nimmt die Sinnhaftigkeit für junge Menschen in ihrer Tätigkeit einen hohen Stellenwert ein. Das zeigt sich daran, dass zwei angesehene NGOs auch ausserhalb des humanitären Bereichs auf den vorderen Rängen landen: das Internationale Rote Kreuz belegt in der Sparte Rechtswissenschaften, Ärzte ohne Grenzen in der Sparte Gesundheitswesen den dritten Platz.

Positive Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten zur Weiterbildung

Wie bereiten sich Unternehmen auf den steigenden Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende am optimalsten vor?

Folgende Learnings lassen sich aus den Ergebnissen der Universum Talentstudie 2018 ziehen.

  • Schaffen Sie zeitgemässe, positive Arbeitsbedingungen, um Ihre Mitarbeitenden zu aktivieren. Dazu zählen auch Massnahmen, die auf die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben abzielen. Zum Beispiel Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, von verschiedenen Orten aus zu arbeiten.
  • Befähigen Sie die Mitarbeiterentwicklung: Arbeitsinhalt und Weiterbildungs-Möglichkeiten sind entscheidende Faktoren für das Mitarbeiter-Engagement. Qualifizierte Arbeitskräfte zieht man an, indem ihnen interessante Aufgaben und viel Raum zur Entwicklung zur Verfügung stehen.
  • Verwenden Sie zeitgemässe Kommunikationsmittel. Dies gilt gleichermassen für die Kommunikation nach aussen wie auch innerhalb des Unternehmens. Je besser die Belegschaft untereinander vernetzt ist, desto produktiver wird die Teamarbeit.
  • Nutzen Sie die Vorteile der Digitalisierung: Setzen Sie die verfügbare Technologie ein, um Prozesse zu verbessern und treiben Sie Innovationen voran. Kaum etwas verursacht so viel Frust und kostet so viel Produktivität wie eine schlecht funktionierende IT-Infrastruktur.

Die folgenden Fragen interessieren Arbeitnehmende.

  • Sinn und Zweck: Was ist der Sinn meiner Arbeit? Macht sie einen Unterschied in der Welt? Hat mein Arbeitgeber überhaupt einen positiven Einfluss auf unseren Planeten?
  • Organisationsstruktur: Wofür brauchen wir all diese Hierarchiestufen im Unternehmen? Warum können wir trotz digitaler Technologien nicht besser abteilungsübergreifend zusammenarbeiten? Warum kann man nicht jeden offen ansprechen, unabhängig von Alter und Funktion?
  • Flexibilität: Wozu brauchen wir eigentlich das Büro? Warum muss ich immer früh im Büro sein? Warum muss ich überhaupt im Büro sein? Warum kann ich nicht um die Uhrzeit arbeiten, wann ich will?
  • Technologie: Warum können wir nicht die gleichen digitalen Technologien im Unternehmen einsetzen, die wir auch im privaten Alltag nutzen? Warum ist die IT-Struktur der Firma nicht moderner? Warum kann ich bei der Arbeit nicht meine eigenen Geräte nutzen?

Quelle: Maria Bassi

Bild1.jpg